Krimis-Thriller-Bücher : Verdammnis

Verdammnis

EUR 8,90


Trotz sprachlicher Mängel und Übertreibung... - Die ersten 300 Seiten tat ich mir schwer... mehr oder weniger plätscher, plätscher aber mit Lisbeth eine interessante Figur. Wenn ich mir auch manchmal an den Kopf gelangt habe ob der unglaublichen Fähigkeiten dieser Frau. Gepaart mit überflüssigen, teilweise sogar lächerlichen Details in der Handlungsbeschreibung nervt das! Sinngemäß: Sie öffnete ihr PowerBook mit 1GB RAM und einem 2GHz Prozessor und doppelklickte auf das Icon Asphyxia 1.3 auf ihrem DesktopDazu kommen ständige Wiederholungen von Beschreibungen, die Seiten zuvor in der gleichen Weise schon mal gegeben wurden. Da kommt man sich manchmal echt veräppelt vor. Meine Lieblingsformulierung: Er/Sie beschrieb einen Halbkreis... Was für ein Satz! Und dann gleich 5x innerhalb von 20 Seiten.ABER die Geschichte ist einfach gut aufgebaut, schön vertrackt und sehr spannend. Die Charaktere sind extrem aber nachvollziehbar und liebenswert. Ab Seite 300 hat mich das Buch nicht mehr losgelassen! Auf den letzen 100 Seiten Showdown geht es dann nochmal so richtig zur Sache... mit überraschenden bis unglaublichen Wendepunkten.

Tolle Fortsetzung - Leider gibt es den dritten Teil noch nicht als Taschenbuch. Dieses Buch ist eine gute Fortsetzung des ersten Bandes und uneingeschränkt lesenswert.

Von Realitätsstreben nicht eingeschränkt - Die Hauptanforderung an einen guten Krimi erfüllt dieses Buch mit Bravour - es ist absolut spannend. Darüber hinaus finde ich die Rahmenhandlung, sowohl was die Recherche um den Handel mit Prostituierten betrifft, als auch was die Geschichte um Lisbeth Salander angeht, absolut interessant und gelungen.Larssons Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, der häufige Szenenwechsel verwirrt nicht und trägt dazu bei, dass das Buch lebendig und interessant bleibt. Dass manches an der Geschichte ziemlich fantastisch und konstruiert ist, hat mich nicht im Geringsten gestört. Wenn ich nur Realität will, dann lese ich die Zeitung!Dasselbe gilt für die Charaktere. Wenn es so gut gemacht ist, was soll es dann, dass Lisbeth zum Supergirl wird? Und der Frauentyp Mikael Blomkvist ist doch auch ganz nett, oder? Ich freue mich jedenfalls auf die Lektüre von Band 3!

Bestenfalls durchschnittlicher Krimi im Drei-Groschen-Format - Um es vorweg zu nehmen: Der zweite Teil der Millenium-Trilogie geht über Durchschnittslektüre nicht hinaus. Der gute Eindruck, den der höchst spannende und düstere erste Band dieser Trilogie (Verdammnis) hinterlassen hat, wird mit dem zweiten Band restlos eingedampft. Der Leser quält sich durch ca. 270 Seiten bis die Story überhaupt etwas an Fahrt gewinnt. Dabei gewinnt die Erzählung nie an Rhythmus, vielmehr wird der Leser durch unnötig zahlreiche Handlungsstränge geärgert. Die Story ist kontruiert und die Figuren sind flach und einseitig gezeichnet. Im Grunde geht es darum, dass die arme Lisbeth mal so richtig aufräumen darf unter den frauenhassenden Männern. Gleichzeitig begleicht sie ein paar unerledigte Rechnungen aus ihrer Vergangenheit. Sie gerät dabei unter Mordverdacht. Und während sich die Polizei natürlich selten dämlich anstellt, kommt Mikael Blomqvist ein Geistesblitz nach dem anderen und er löst nicht nur den Fall, sondern enthüllt dem Leser dankenswerterweise auch noch Salanders Martyrium in der Kindheit. Nun sind wir im Bilde. Zugegeben ist die Geschichte zuweilen recht fesselnd, erreicht aber nie anständiges Kriminiveau und besticht auch nicht durch besondere sprachliche Leistungen des Autors. Außerdem beginnen die Hauptfiguren vor - strotzend vor lauter Klischeehaftigkeit - zu nerven, angeführt von Blomkvist als vor Eifer glühendem Anführer des Salander-Fanclubs über die polygame Erika Berger, die entweder Anweisungen an Redaktionsmitglieder erteilt oder an Sex denkt. Die Bösen sind wirklich abgrundtief böse Hinkebeine, kraftstrotzende unverwundbare Teutonen oder winselnde Jammerlappen. Mehr als ein Anstandsstern kann ich dafür nicht vergeben.

Gut, besser, Stieg Larsson - Wer Verblendung mochte wird Verdammnis lieben!Wer auf eine Fortsetzung der Beziehung zwischen Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist hoffte, wird zwar enttäuscht, aber dafür zieht einen das Buch mit einer ganz anderen Beziehung von Lisbeth in den Bann. Diesmal erfährt man endlich mehr über diese sozial inkompetente, dafür aber im intellektuellen Bereich unschlagbare Weltklassehackerin und darüber warum sie ist, wie sie ist.Zwar nur langsam, Stückchen für Stückchen, aber auch das trägt zum Reiz dieses Buches bei. Dazu kommt wieder eine hochbrisante Mord- und Verschwörungsgeschichte, die bis in höchste schwedische Polizei- und Regierungskreise reicht.Alles in allem ein Buch, das man nur schwer aus der Hand legen kann, bis man endlich alle offenen Fragen beantwortet bekommt.




Verdammnis